Das WM-GetrÀnk vom Salzstadel: In Westafrika schon ein Renner

1:0 fĂŒr "Bizz'up" - in Westafrika ist das ErfrischungsgetrĂ€nk aus Rosenheim bereits eine groĂe Nummer. Jetzt soll es im Jahr der FuĂball-Weltmeisterschaft den schwarzen Kontinent und neue MĂ€rkte erobern.
Rosenheim/LomĂ© – “Bizz’up” – so heiĂt das HibiskusgetrĂ€nk – ist nicht die erste GeschĂ€ftsidee aus der Region, die um die Welt geht, aber sicher die exotischste. Denn erst einmal holte Andreas MĂ€rz (37), GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Bizz’up GmbH mit Sitz am Salzstadel, die Welt nach Rosenheim: die Kultur Westafrikas, der Urwald am Amazonas und die Kraft Brasiliens stecken in jedem Tropfen. “Es gibt nichts Vergleichbares”, sagt MĂ€rz, der nicht nur auf mehrjĂ€hrige GeschĂ€ftserfahrungen in den USA zurĂŒckblicken kann, sondern mit “Bizz’up” eine alte Rosenheimer Firmentradition wieder aufleben lĂ€sst. SchlieĂlich zĂ€hlte die GebrĂŒder MĂ€rz AG in den 80ern und 90ern zu den gröĂten GetrĂ€nke- und Nahrungsmittelkonzernen Deutschlands.
Deutschland spielt in den “Bizz’up”-Planungen als Absatzmarkt aber nur eine untergeordnete Rolle. Im WM-Jahr soll das ErfrischungsgetrĂ€nk, dem Hibiskus als Hauptbestandteil den unverwechselbaren Geschmack und die tief rote Farbe verleiht, vor allem den afrikanischen Kontinent erobern. Auch wĂ€rmere Regionen in den USA, wo die Menschen Cocktails und MischgetrĂ€nke lieben, ist das Kundenpotenzial groĂ.
In Westafrika schon ein Renner
Rund eine Million Dosen und Flaschen hat die Bizz’up GmbH 2009 in mehrere Erdteile exportiert. Mittelfristig sollen es zehn Millionen werden, so das Ziel von MĂ€rz, der GetrĂ€nketechnologie studiert hat, bevor er in New Jersey seine ersten Erfahrungen als junger GeschĂ€ftsmann sammelte.
In Westafrika, wo aus alten MĂ€rz AG-Zeiten noch gute Beziehungen nach Togo bestehen, geht das GetrĂ€nk schon ĂŒber den Ladentisch wie hierzulande die sprichwörtlichen warmen Semmeln. In Togo, Burkina Faso, Ghana, Nigeria oder der ElfenbeinkĂŒste ist Bizz’up schon etabliert, nun soll auch die arabische Welt auf den Geschmack kommen. “Bizz’up” geht nĂ€mlich auf Bissap zurĂŒck – ein GetrĂ€nk, das vor langer Zeit von den Tuareg-Nomaden “erfunden” wurde. Aus dem Saft der Hibiskuspflanze machten sie einen schmackhaften Energielieferanten, der ihnen half, die Strapazen ihre krĂ€ftezehrenden TagesmĂ€rsche zu bewĂ€ltigen. Den neuen Durstlöscher nannten sie Bissap. Weil Bissap fĂŒr die Moslems gerade in der Fastenzeit eine willkommene StĂ€rkung ist, könnte der Durstlöscher aus Rosenheim auch in arabischen LĂ€ndern zur festen GröĂe auf dem GetrĂ€nkemarkt werden.
Zumal “Bizz’up” mehr als Bissap ist. Neben Hibiskus, in Afrika als WunderblĂŒte verehrt, zĂ€hlen die Acai-Beere vom Amazonas und die Guarana-Frucht zu den charakteristischen Zutaten des GetrĂ€nks, das Andreas MĂ€rz und Francois FĂ©tou Ekui schon 2007 im improvisierten Probierkammerl im dritten Stock des FirmengebĂ€udes am Rosenheimer Salzstadel kochten und mixten. Ekui ist ein Mitarbeiter aus Togo. Er hatte einen Sack HibiskusblĂŒten aus LomĂ© mitgebracht. So lange probierten er und sein Chef verschiedene Geschmacksrichtungen durch, bis das VerhĂ€ltnis zwischen SĂŒĂ und Sauer passte. Das Wichtigste dabei: “Es ist ein reines Naturprodukt – ohne jeden chemischen Zusatz.”
Weil die Guarana-Frucht koffeinhaltig ist, beginnt die Zielgruppe erst bei den 16- JĂ€hrigen. Die Verpackung im Afro-Look (mit einer stilisierten Antilope auf erdrotem Grund) soll ein junges Publikum ansprechen. Auch wenn Europa nicht der Hauptabsatzmarkt ist – im Raum Rosenheim/MĂŒnchen ist es schon in ĂŒber 100 Verkaufsstellen, unter anderem in Edeka- und Rewe-MĂ€rkten, zu haben. In osteuropĂ€ischen GroĂstĂ€dten wie Bukarest und Budapest wird “Bizz’up” gern mit Wodka oder Prosecco gemischt.
Produziert und abgefĂŒllt werden die Flaschen und Dosen bei Ingolstadt und Frankfurt. Die Beziehungen, die noch aus alten MĂ€rz-Zeiten zur internationalen GetrĂ€nkebranche bestehen, sind bei den langen Vertriebswegen, hilfreich. Ăber Bremerhaven gelangt das WM-GetrĂ€nk per Schiff in die groĂen HafenstĂ€dte an den KĂŒsten Westafrikas und Amerikas. Ein weiterer Trumpf: Wie der deutsche FuĂball sind in Afrika auch Produkte mit dem Siegel “made in Germany” sehr beliebt, so FĂ©tou Ekui. Wer weiĂ – vielleicht spielt “Bizz’up” schon bald in der Weltliga der GetrĂ€nke vorne mit.
Quelle: http://www.ovb-online.de
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