Rss Feed
Tweeter button
Facebook button
Technorati button
Reddit button
Myspace button
Linkedin button
Webonews button
Delicious button
Digg button
Flickr button

Die Geschichte Togos

  1. Vorkoloniale Geschichte

  2. Kolonialzeit

  3. Unabhängigkeit

  4. Literatur

Vorkoloniale Geschichte

Archäologische Funde belegen, dass Teile von Togo schon vor über 3000 Jahren besiedelt waren. Erst relativ spät, gegen Ende des 17. Jhs. entstanden auf dem Gebiet des heutigen Staates ein paar kleine regionale Reiche, wie das “Königreich” der Guin (Glidji/Aného), das Tschaoudjo-Reich der Tem (Kparatao/Sokodé) und das Reich der Anoufo von Sansanné-Mango. Sie lagen in einer Pufferzone zwischen den mächtigen Königreichen der Ashanti, der Mossi und von Dahomé.

Viele der heute in Togo ansässigen Völker und Volksgruppen sind in den vergangenen Jahrhunderten aus verschiedenen Nachbarregionen in das heutige Territorium eingewandert. Die Ewé kamen aus der Region von Oyo im heutigen Nigeria über die historischen Stationen Ketou (Bénin), Tado, Notsé, um sich dann zwischen den Flüssen Volta und Mono anzusiedeln. Die Fante und Ga (Mina/Guin) kamen aus dem heutigen Ghana, die Tem aus Burkina Faso u. a. Sahelländern, die Anoufo aus der Elfenbeinküste.

Ab 1471 landeten portugiesische Seefahrer, später auch andere Europäer an der Küste Oberguineas und der Handel zwischen Westafrika und Europa nahm seinen Anfang, der im transatlantischen Sklavenhandel einen traurigen Höhepunkt finden sollte.

Sklavenküste Westafrika

Sklavenküste Westafrika

Seitdem war die Küste Togos als Beginn der sogenannten Sklavenküste bekannt, weil sie Europäern als Quelle für schwarzafrikanische Sklaven diente. Das Gebiet erstreckte sich von der Voltamündung bis zum Nigerdelta. Die Kleinstaaten des Südens beteiligten sich am Sklavenhandel mit den Europäern und profitierten so davon. Die Völkerschaften des bergigen, mittleren Togos dagegen musste sich immer wieder den Attacken der Sklavenjäger entziehen.

Der einzige Handelsplatz zu jener Zeit war Popovi (Kleinpopo, 1905 in Anecho umbenannt). Die aus Elmina zugewanderten afrikanischen Händler zeichneten sich nicht nur durch den Besitz von Feuerwaffen aus (deshalb Poupou = Bumbum), sie waren auch im Umgang mit Europäern erfahrene Händler. Die europäischen Sklavenkäufer zogen deshalb von Popovi nach Ouidah weiter, wo sie die dortigen unerfahrenen Afrikaner im Handel leichter übervorteilen konnten. Von Ouidah, dem Hafen des Reiches Dahomey, exportierten sie Menschen nach Amerika en gros; in Popovi kauften Europäer nach ihren individuellen Wünschen Menschen bestimmten Alters und Geschlechts, die ihnen die afrikanischen Zwischenhändler in Popovi im “stillen Sklavenhandel” aus dem Landesinnern beschafften. 1807 verbot die britische Regierung den transatlantischen Sklavenhandel. Aber da die Sklaverei in Amerika noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts fortbestand, wurden weiterhin Menschen – nunmehr illegal – dorthin verschifft. 1835 wurde an der Togoküste der zweite Platz des atlantischen Handels gegründet: Porto Seguro (heute Agbodrafo) mit den fünf Ursprungsdörfern auf dem Plateau über der Lagune, das so den Sammelnamen Togo erhielt.

Wiederum im Gegensatz zu den Küsten westlich und östlich des heutigen Togo kam es aber bis 1884 aufgrund der ungünstigen natürlichen Gegebenheiten nicht zur Gründung europäischer Stützpunkte und nur der Ort Aného erlangte eine bescheidene Bedeutung als Handelsplatz an der Küste. Ein Umstand, der für die Entstehung des modernen Togo letztlich verantwortlich war: Die Küste Togos war der Ende des 19. Jahrhunderts noch von europäischer Einflussnahme frei gebliebene Teil der westafrikanischen Küste.

Kolonialzeit

Gustav Nachtigal (* 23. Februar 1834 in Eichstedt (Altmark); † 20. April 1885 vor der Küste Westafrikas) war ein deutscher Afrikaforscher.

Gustav Nachtigal (* 23. Februar 1834 in Eichstedt (Altmark); † 20. April 1885 vor der Küste Westafrikas) war ein deutscher Afrikaforscher.

Am 5. Juli 1884 wurden einzelne Orte im heutigen Togo (or Bageida) durch einen Vertrag zwischen einem Vertreter des Königs Mlapa III. und dem deutschen Generalkonsul für Westafrika, Gustav Nachtigal zum deutschen Schutzgebiet erklärt. Am 5. September 1884 folgte ein Schutzvertrag zwischen dem zum Konsul in Lome ernannten Kaufmann Randad und dem König von Porto Seguro. In einem Protokoll vom 24. Dezember 1885 erkannte Frankreich die deutsche Schutzherrschaft über Anecho an. Die Abgrenzung zu den benachbarten Kolonien erfolgte durch das deutsch-französische Abkommen vom 23. Juli 1897 und die Vereinbarung über die Abgrenzung zwischen Togo und den französischen Besitzungen in Dahomé (jetzt Benin) und dem Französischen Sudan vom 28. September 1912 bzw. den deutsch-britischen Abkommen vom 1. Juli 1890 und 14. November 1899. 1914 umfasste die Kolonie eine Fläche von 87.200 km².

1885 wurde Ernst Falkenthal zum ersten Kaiserlichen Kommissar mit Sitz in Bagida ernannt. Unter seiner Ägide erfolgte am 30. November 1885 die Gründung einer Polizeitruppe. 1889 wurde er durch Jesko von Puttkamer abgelöst.

Dreißig Jahre, von 1884 bis 1914, dauerte die deutsche Kolonialherrschaft in Togo. Rücksichtslos wurden einerseits Völker getrennt und andererseits auf einem kolonialen Territorium unfreiwillig vereint.

Dreißig Jahre, von 1884 bis 1914, dauerte die deutsche Kolonialherrschaft in Togo. Rücksichtslos wurden einerseits Völker getrennt und andererseits auf einem kolonialen Territorium unfreiwillig vereint.

1886 wurde die deutsche Herrschaft auf die Landschaften Towe, Kewe, Agotime und Agome-Palime, 1887 auf Liati ausgedehnt. Ab 1888 erfolgten mehrere Expeditionen in das entferntere Hinterland zur Manifestation der deutschen Oberhoheit und zum Abschluss weiterer Verträge mit der eingesessenen Bevölkerung, u.a. durch Hauptmann Curt von François (1888), Stabsarzt Dr. Ludwig Wolf (1889) und Dr. Hans Gruner und Oberleutnant Ernst von Carnap-Quernheimb (1894).

Binnenlandstationen entstanden in Bismarckburg (1888), Misahöhe (1890), Kete Krachi (1894) und Sansanné-Mango (1896).

1914 bestanden in Togo acht Verwaltungsbezirke: Lome-Stadt, Lome-Land, Anecho, Misahöhe, Atakpamé, Kete Krachi, Sokode und Sansane-Mangu

Schon kurz nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde es von Großbritannien und Frankreich besetzt. Die deutsche Polizeitruppe kapitulierte am 27. August 1914.

Der Westteil Togos kam 1919 faktisch zur britischen Kolonie Goldküste, der Ostteil wurde französisches Mandatsgebiet

Der Westteil Togos kam 1919 faktisch zur britischen Kolonie Goldküste, der Ostteil wurde französisches Mandatsgebiet

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Ostteil der Kolonie (ca. 2/3 des Gebietes mit der gesamten Küste) an Frankreich (Französisch-Togoland), der Westteil an Großbritannien (Britisch-Togoland) als Völkerbundsmandat übergeben, (faktisch aber von der Goldküste aus verwaltet), nach dem Zweiten Weltkrieg wurde daraus ein UN-Treuhandgebiet.

Togoland war eine deutsche Kolonie, die von 1884 bis 1914 (bzw. 1919, siehe unten) bestand. Das damalige Gebiet umfasste die heutige Republik Togo und den östlichsten Teil Ghanas und besaß eine Fläche von ca. 87.200 km². Die Kolonie Togoland wurde 1905 offiziell in Togo umbenannt.

Unabhängigkeit

"Monument de L'independance" Unabhängigkeit Monument in Lomé Togo

"Monument de L'independance" Unabhängigkeit Monument in Lomé Togo

1957 schloss sich Britisch-Togoland an das nun unabhängige Ghana an. Der französische Teil erhielt 1955 von Frankreich Autonomie. Am 27. April 1960 erhielt Togo schließlich die volle Unabhängigkeit; erstes Staatsoberhaupt wurde Sylvanus Olympio.

General Gnassingbé Eyadéma, 1967 als Militärchef an die Macht gekommen, war Afrikas am längsten regierender Staatschef. Hinter der Fassade von freien Mehrparteien-Wahlen, die zu Beginn der 1990er Jahre eingerichtet wurden, blieb die Regierung stets unter starker Kontrolle General Eyadéma. Seine Partei Rassemblement du peuple togolais (RPT) hat ihre Macht seit 1967 fast durchgehend halten können. Ein guter Freund von Eyadéma war Franz Josef Strauß, gemeinsam gründeten sie die bayerisch-togoische Gesellschaft. Weitreichende Folgen hatte ein Flugzeugabsturz, den Eyadéma 1974 als einziger Passagier überlebte. Infolge der Glorifizierung Eyadémas und der Verklärung des Absturzes als Attentat der ‚Internationalen Hochfinanz’ erfuhr Togo einen, durchaus dem Kontinentalen Trend entsprechenden, nationalistischen Ruck. Wirtschaftlich bedeutete dieses eine verstaatlichung des wirtschaftlich bedeutsamen Phosphatabbaus, kulturell eine Besinnung auf afrikanische Namen. So gab Eyadéma seinen Vornamen Etienne auf und benannte sich Gnassingbé, aus Stadtnamen wie Palimé, Bassari oder Anécho wurde Kpalimé, Bassar und Aného.

Faure GnassingbéAb 1990 wuchsen die Unruhen in der togoischen Bevölkerung und es kam zu gewaltsamen Protesten. Auch unter dem Druck des – angesichts offensichtlicher Menschenrechtsverletzungen und dem Fund von 28 Leichen in einer Bucht bei Lomé schockierten – Auslands musste Eyadéma der Einberufung einer Nationalkonferenz zustimmen, der mit 1.000 Delegierten unter der Leitung des Bischofs von Attakpamé, Philippe Kpodzro zusammentraf und am 13. Juli 1991 ihre Souveränität erklärte. Die Übergangsregierung unter Joseph Kokou Koffigoh scheiterte, nicht zuletzt dadurch, dass Koffigoh den eingeschlagenen Kurs nicht konsequent verfolgte und bereits nach kurzer Zeit mit Eyadéma über die Aufnahme alter Regierungsmitglieder der verbotenen RPT in die neu zu bildende Regierung verhandelte und Eyadéma in zahllosen Übergriffen auf Oppositionspolitiker das Militär als Druckmittel verwendete.

Nach dem Tod von Gnassingbé Eyadéma am 5. Februar 2005 ernannte die Armee des Landes seinen Sohn Faure Gnassingbé zum neuen Präsidenten. Am 25. Februar trat dieser unter internationalem Druck wieder zurück. Das Amt wurde vom Parlamentspräsidenten übernommen. In der äußerst umstrittenen Wahl vom 24. April 2005 wurde Faure Gnassingbé zum Präsidenten gewählt. Unruhen mit über 500 Toten waren die Folge. Zehntausende Menschen flüchteten aus Togo.

Togo geriet wegen Menschenrechtsverletzungen durch viele internationale Organisationen unter Druck, was dazu führte, dass bis heute viele bilaterale und multilaterale Entwicklungshilfeprojekte eingefroren wurden und erst langsam wieder gewährt werden[2] Das Parlament entschied am 23. Juni 2009 einstimmig, die Todesstrafe abzuschaffen; bestehende Urteile werden in lebenslange Haftstrafen umgewandelt.[3] Damit ist Togo weltweit das 94. Land, das die Todesstrafe für alle Verbrechen aus den Gesetzen gestrichen hat.

Literatur

  • Deutsches Kolonial-Lexikon, Band 3 (Leipzig 1920), S. 522–526
  • Die deutschen Kolonien, Schauplätze und Schicksale 1884–1918
  • Ralph Erbar, Ein „Platz an der Sonne”? Die Verwaltungs- und Wirtschaftsgeschichte der deutschen Kolonie Togo 1884–1914.
  • Stuttgart 1991 (= Beiträge zur Kolonial- und Überseegeschichte Bd. 51)
  • Edward Graham Norris, Die Umerziehung des Afrikaners : Togo 1895–1938, München : Trickster, 1993.
  • Johannes Thomas Koloniale Vergangenheit. Droht die Erinnerung die Nation zu spalten? (Kommentierte Dokumentation) in: Dokumente. Zs. für den deutsch-französischen Dialog Heft 2/2006, S. 60ff, zu Togo: 69 ff (Subsaharisches Afrika) über massive Gegensätze zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Frankreich hinsichtlich der Machthaber Togos nach 2000, Gegensätze, die in Morden und dem Abbrennen des Goethe-Instituts kumulierten. (Artikel im PDF-Format)

Weblinks

Einzelnachweise

Popularity: 71% [?]

Antworten

Afrika-Cup Afrika-Quali Amlamé Aného Angola Arsenal Atakpamé Badou Bassar CDPA Dapaong deutsche Kolonie Emmanuel Adebayor Epervier Faure Gnassingbe Gustav Nachtigal Hotels in Togo Kodjovi Obilale Kpalimé Lomé Luanda Miss Togo Miss WM 2006 Notsé Otto Pfister Sansanné-Mango Sicherheit Sokodé Sotouboua Tabligbo Tchamba Terroranschlag Togo Togo 2009 Togo Allgemein Togoland Togo Reise Togo Reisen Togo Video Togoville Tsévié UFC Urlaub in Togo Vogan WM