Die UnabhÀngigkeit

Die Mandatszeit: Der Erste Weltkrieg wurde auch in den Kolonien Afrikas ausgetragen, so auch in Togo. Schon nach wenigen Tagen mussten die Deutschen kapitulieren und Togo wurde von der britischen und französischen Administration in zwei „Okkupationszonen“ der LĂ€nge nach zu etwa gleichen Teilen geteilt. Die deutschen Kolonien wurden 1919 als Mandatsgebiete dem Völkerbund ĂŒbertragen, der seinerseits KolonialmĂ€chte als Verwalter einsetzte. 1920 wurde erneut geteilt: etwa ein Drittel fĂŒr England und zwei Drittel entfielen an Frankreich. Diese zwei Drittel bilden den heutigen Staat Togo. Nach 1946 wurden die beiden Teile Togos als Treuhandgebiete der VN von beiden MĂ€chten verwaltet mit dem Ziel, das Gebiet der jeweiligen Nachbarkolonie anzugliedern. Unter Aufsicht der VN entschied die Bevölkerung des britischen Treuhandgebietes am 9. Mai 1956 fĂŒr eine Union mit dem 1957 unabhĂ€ngig werdenden Ghana. Im französischen Treuhandgebiet brachte die von den VN ĂŒberwachten Wahlen am 27. April 1958 Sylvanus Olympio an die Macht als MinisterprĂ€sident des sich selbstverwaltenden Togo. Sein Verdienst war zweifelsohne die GrĂŒndung eines selbstĂ€ndigen Staates, indem er sich weitgehend auf die Bundesrepublik und die USA stĂŒtzte. Am 27. April 1960 konnte er als PrĂ€sident die Parole Ablode – Freiheit verkĂŒnden und Togo war unabhĂ€ngig.

Die UnabhÀngigkeit:

PrĂ€sident Sylvanus Olympio, ein Vertreter der Handelsbourgeoisie des SĂŒdens, erließ 1962 ein Verbot der Oppositionsparteien. Unzufriedenheit im Volk, hervorgerufen durch unpopulĂ€re Wirtschaftsmaßnahmen, die VernachlĂ€ssigung des Nordens und die Weigerung, die von der französischen Kolonialarmee entlassenen Soldaten in das togoische Heer zu integrieren, trugen zu seinem gewaltsamen Sturz am 13. Januar 1963 bei. Es war der erste blutige Staatsstreich in den gerade unabhĂ€ngig gewordenen Staaten Afrikas. Die putschenden MilitĂ€rs setzten eine Zivilregierung unter Nicolas Grunitzky ein. Die verbotenen Parteien wurden wieder zugelassen. Das Magazin Jeune Afrique berichtet ĂŒber den Sturz von Grunitzky. Am 13. Januar 1967 ĂŒbernahm die Armee definitiv die Macht. Unter dem neuen PrĂ€sidenten EyadĂ©ma wurden die bestehenden Parteien wieder verboten und 1969 wurde die Einheitspartei RPT – Rassemblement du Peuple Togolais gegrĂŒndet.

General GnassingbĂ© EyadĂ©ma, war Afrikas am lĂ€ngsten regierender Staatschef. Hinter der Fassade von freien Mehrparteien-Wahlen, die zu Beginn der 1990er Jahre eingerichtet wurden, blieb die Regierung stets unter starker Kontrolle General EyadĂ©ma. Seine Partei Rassemblement du peuple togolais (RPT) hat ihre Macht seit 1967 fast durchgehend halten können. Ein guter Freund von EyadĂ©ma war Franz Josef Strauß, gemeinsam grĂŒndeten sie die bayerisch-togoische Gesellschaft. Weitreichende Folgen hatte ein Flugzeugabsturz, den EyadĂ©ma 1974 als einziger Passagier ĂŒberlebte. Infolge der Glorifizierung EyadĂ©mas und der VerklĂ€rung des Absturzes als Attentat der ‚Internationalen Hochfinanz’ erfuhr Togo einen, durchaus dem Kontinentalen Trend entsprechenden, nationalistischen Ruck. Wirtschaftlich bedeutete dieses eine verstaatlichung des wirtschaftlich bedeutsamen Phosphatabbaus, kulturell eine Besinnung auf afrikanische Namen. So gab EyadĂ©ma seinen Vornamen Etienne auf und benannte sich GnassingbĂ©, aus Stadtnamen wie PalimĂ©, Bassari oder AnĂ©cho wurde KpalimĂ©, Bassar und AnĂ©ho.

Ab 1990 wuchsen die Unruhen in der togoischen Bevölkerung und es kam zu gewaltsamen Protesten. Auch unter dem Druck des – angesichts offensichtlicher Menschenrechtsverletzungen und dem Fund von 28 Leichen in einer Bucht bei LomĂ© schockierten – Auslands musste EyadĂ©ma der Einberufung einer Nationalkonferenz zustimmen, der mit 1.000 Delegierten unter der Leitung des Bischofs von AttakpamĂ©, Philippe Kpodzro zusammentraf und am 13. Juli 1991 ihre SouverĂ€nitĂ€t erklĂ€rte. Die Übergangsregierung unter Joseph Kokou Koffigoh scheiterte, nicht zuletzt dadurch, dass Koffigoh den eingeschlagenen Kurs nicht konsequent verfolgte und bereits nach kurzer Zeit mit EyadĂ©ma ĂŒber die Aufnahme alter Regierungsmitglieder der verbotenen RPT in die neu zu bildende Regierung verhandelte und EyadĂ©ma in zahllosen Übergriffen auf Oppositionspolitiker das MilitĂ€r als Druckmittel verwendete.

Nach dem Tod von GnassingbĂ© EyadĂ©ma am 5. Februar 2005 ernannte die Armee des Landes seinen Sohn Faure GnassingbĂ© zum neuen PrĂ€sidenten. Am 25. Februar trat dieser unter internationalem Druck wieder zurĂŒck. Das Amt wurde vom ParlamentsprĂ€sidenten ĂŒbernommen. In der Ă€ußerst umstrittenen Wahl vom 24. April 2005 wurde Faure GnassingbĂ© zum PrĂ€sidenten gewĂ€hlt. Unruhen mit ĂŒber 500 Toten waren die Folge. Zehntausende Menschen flĂŒchteten aus Togo.

Togo geriet wegen Menschenrechtsverletzungen durch viele internationale Organisationen unter Druck, was dazu fĂŒhrte, dass bis heute viele bilaterale und multilaterale Entwicklungshilfeprojekte eingefroren wurden und erst langsam wieder gewĂ€hrt werden Das Parlament entschied am 23. Juni 2009 einstimmig, die Todesstrafe abzuschaffen; bestehende Urteile werden in lebenslange Haftstrafen umzuwandelt. Damit ist Togo weltweit das 94. Land, das die Todesstrafe fĂŒr alle Verbrechen aus den Gesetzen gestrichen hat.

Quelle:http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Togos

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Togo ist ein Staat in Westafrika, am Golf von Guinea gelegen, und grenzt an Ghana im Westen, Benin im Osten und Burkina Faso im Norden. Bis zum Ersten Weltkrieg war das Gebiet Togos deutsche, danach französische Kolonie. Togo wurde am 27.04.1960 unabhÀngig. mehr ....

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