Ehepaar aus Togo besuchte die Günnebeker Plattsnacker

Bevor es zur Abendveranstaltung bei den Plattsnackern ging, besuchten Ahlonko Comlan und Ehefrau Attiogbe Akoujo mit Gertrud Birth-Stöwer den Gartenbaubetrieb von Hans-Heinrich Rohweder. Foto: Stöwer
“Wo geiht ju dat?”, fragte Ahlonko Comlan (49), und seine Ehefrau Attiogbe Akoujo (40) grüßte mit “Goden Avend, leeve Lüüd” die Günnbeker Plattsnacker. Das Paar berichtete über das Leben und die Sprachenvielfalt in ihrer alten Heimat. “Teilweise ist es in Togo wie in Deutschland”, sagt Ahlonko Comlan, denn: “Menschen die im Norden leben, verstehen die im Süden nicht”. Eine der vielen Sprachen in Togo ist Ewe. Doch in der Schule wird französisch und englisch unterrichtet.
Das Ehepaar kam vor rund 14 Jahren aus Togo nach Deutschland. Mittlerweile wohnen sie in Kaltenkirchen und bereiten sich auf ihre Einbürgerung vor. Beide arbeiten in einem Supermarkt als Reinigungskraft. In ihren früheren Berufen, er als Disponent im Hafen und sie als Schneiderin, fanden beide keine Anstellung. Von ihrem kleinen Einkommen unterstützen sie in Togo zahlreiche Familienangehörige, denn für Arzt- oder Schulbesuche müssen die Menschen in Togo nämlich selbst aufkommen. An afrikanischen Traditionen pflegen beide das monatliche Treffen mit Landsleuten in Hamburg. Dann tragen alle ihre togolesische Trachten und sprechen Ewe. “Das Ehepaar konnte uns viele interessante Informationen und Eindrücke aus ihrer ehemaligen Heimat und ihrem nicht immer leichten Weg als Flüchtling in Deutschland schildern”, sagt Heinrich Rohweder, Vorsitzender der Günnbeker Plattsnacker.
Gertrud und Werner Stöwer, die Ahlonko Comlan und Attiogbe Akoujo über einen Zeitungsbericht im Jahr 2009 kennenlernten, hatten beide in Gönnebek betreut. “Die Günnbeker Plattsnacker wollten mit dieser Einladung auch einen bescheidenen Beitrag zur Integration von ausländischen Mitbürgern leisten”, sagte Stöwer.
Zum Besuchsprogramm in Gönnebek zählte auch ein Abstecher im Gartenbaubetrieb von Heinrich Rohweder in der Gärtnersiedlung. Feierlich wurde es dann bei der Besichtigung der im Jahre 1149 geweihten Vicelinkirche St. Jacobi zu Bornhöved, als Attiogbe Akoujo dort ein Gotteslied in ihrer Heimatsprache Ewe sang.
Quelle: shz.de
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