Freiwilliges soziales Jahr: Gymnasiast geht nach dem Abitur nach Togo
Halver. Colin Nolan, SchĂŒler am Anne-Frank-Gymnasium, ist angehender Abiturient und Trainer einer JugendfuĂballmannschaft. Soweit eine ganz normale Biografie. Aber der 19-JĂ€hrige plant fĂŒr das Jahr nach seinem Abitur etwas, was ihn aus der Masse heraushebt.
Ăber seine PlĂ€ne sprach er beim Treffen des Seniorenkreises im Pfarrer-Neunzig-Haus. âIch werde ein soziales Jahr in Togo verbringenâ, berichtet er wie selbstverstĂ€ndlich. Auf diese Idee ist der SchĂŒler gekommen, weil er vom Zivildienst ausgemustert wurde und auch fĂŒr diese Pflichtzeit einen Einsatz im Ausland geplant hatte. âIch hatte das GlĂŒck, bisher ein Leben fĂŒhren zu können, in dem alles selbstverstĂ€ndlich schien. Schulausbildung, Gesundheit, Sicherheit â all das haben Menschen und vor allem Kinder in vielen LĂ€ndern dieser Welt nicht. Hier möchte ich meinen Beitrag leisten.â
DafĂŒr hat er sich bei verschiedenen Organisationen informiert und ist schlieĂlich beim Bundesministerium fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fĂŒndig geworden. Dort wurde das Projekt âWeltwĂ€rtsâ ins Leben gerufen, ĂŒber das junge Menschen in einem freiwilligen sozialen Jahr auf der ganzen Welt Hilfe leisten können. Das BMZ deckt 75 Prozent der Reise- und Aufenthaltskosten und fordert gleichzeitig von den Freiwilligen, einen Förderkreis fĂŒr ihr Projekt aufzubauen. In diesen Förderkreisen sollen sich die Teilnehmer öffentlich mit dem Projekt und der damit verbundenen Idee auseinandersetzen und versuchen, ĂŒber Spenden einemn Teil der Kosten zu decken.
RegelmĂ€Ăig finanziell unterstĂŒtzt
Das hat Colin Nolan bereits geschafft, indem er den Seniorenkreis von seinem Projekt ĂŒberzeugt hat. Von dort kann er fĂŒr das kommende Jahr mit regelmĂ€Ăiger finanzieller UnterstĂŒtzung durch Sammlungen und Kollekten in den Messen rechnen.
Sein Einsatzgebiet wird ein Kinderheim in der Hauptstadt LomĂ© sein. Dort sind stĂ€ndig elf Kinder zwischen fĂŒnf und 15 Jahren untergebracht. Dazu kommen weitere 65 Kinder, die tĂ€glich von der StraĂe kommen und ihren Tag im Heim verbringen. âMeine Aufgabe wird darin liegen, Spiele und Feste zu organisieren, bei der Hausaufgabenbetreuung zu helfen, den Heimalltag in allen Dingen zu unterstĂŒtzen und mit den Kindern Sport zu treiben.â Da Colin Nolan gern mit Kindern arbeitet, war ihm ein Einsatz, der in Verbindung mit einer Kinderbetreuung lag, sehr wichtig.
Ein Jahr von zu Hause weg zu sein ist fĂŒr Colin Nolan nichts Neues. Bereits das elfte Schuljahr verbrachte er in Ohio, USA. Neu ist jetzt nur, dass er nicht nur die Familie, sondern auch die Freundin zurĂŒcklĂ€sst. âNatĂŒrlich ist sie traurig, aber auch ein bisschen stolz. Sie hĂ€lt das soziale Jahr fĂŒr eine gute Sache.â
âZum GlĂŒck gibt es ja moderne Kommunikationsmittel, um den regelmĂ€Ăigen Kontakt zu haltenâ, erklĂ€rt er. Vor allem hofft er auch die Ăngste derer beruhigen zu können, die, im Gegensatz zu ihm selbst, Angst vor Krankheiten haben, die er sich dort zuziehen könnte. âIch kann mir nicht vorstellen, mich dort anzusteckenâ, ist er optimistisch. âIch war noch nie krank.â
Er ist darauf vorbereitet auf groĂes Leid zu treffen. âIch bin aber auch ĂŒberzeugt, dass, auch mit meiner Hilfe, viele Dinge bewirkt werden können, die das Leben der Kinder dort lebenswerter machen und ich auf diese Weise viel Freude bringen kann.â
Quelle: http://www.derwesten.de
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