Joseph Kokou Koffigoh
Politische Laufbahn
Koffigoh ist Anwalt und stand als Aktivist in Menschenrechtsgruppen lange in Opposition zu dem seit 1967 autoritÀr regierenden PrÀsidenten Gnassingbé Eyadéma.
Er wurde am 27. August 1991 Regierungschef, als eine Nationalkonferenz dem PrĂ€sidenten einen Premierminister an die Seite stellte, um dessen Macht zu beschrĂ€nken. Das Amt des Premierministers war 1961 abgeschafft worden. In der ersten Phase seiner Regierungszeit waren meuternde Soldaten sein Hauptproblem, die gewaltsam EyeadĂ©mas Macht wiederherstellen wollten. Im Oktober scheiterte ein Versuch, ihn zu entfĂŒhren und im November wurde sein Amtssitz von Panzern umstellt. Die fĂŒr 1992 vorgesehenen freien PrĂ€sidentschaftswahlen wurden abgesagt. Der Konflikt zwischen AnhĂ€ngern des PrĂ€sidenten und Koffigohs Regierung konnte unter internationaler Vermittlung beigelegt werden.
Der PrĂ€sident verstand es, mit UnterstĂŒtzung der Armee seine Machtposition zu behaupten und sich am 25. August 1993 mit 96,42% der Stimmen im Amt bestĂ€tigen zu lassen, wobei die Wahlen von den meisten Oppositionsparteien boykottiert wurden. Koffigohs Amtszeit endete am 23. April 1994, als der Oppositionspolitiker Edem Kodjo mit der Bildung einer Koalitionsregierung beauftragt wurde. Koffigoh war im Februar bei den ersten Mehrparteienwahlen seit 1958 als einziger Abgeordneter seiner Partei Coordination des Forces Nouvelles (CFN) ins Parlament gewĂ€hlt worden. 1998 wurde er AuĂenminister in der Regierung von Kwassi Klutse und blieb bis zum Jahr 2000 im Amt.
Als Vermittler war er 1999 an Waffenstillstandsverhandlungen wĂ€hrend des BĂŒrgerkrieges in Guinea-Bissau sowie an den Verhandlungen in LomĂ© fĂŒr ein Friedensabkommen zwischen den BĂŒrgerkriegsparteien in Sierra Leone beteiligt. Im Oktober 2000 wurde er Minister fĂŒr regionale Entwicklung und die Beziehungen zum Parlament.
Im Mai 2005 wurde er Vorsitzender einer Untersuchungskommission zur Untersuchung der gewaltsamen Auseinandersetzungen wĂ€hrend der PrĂ€sidentschaftswahlen vom 24. April 2005, die Faure GnassingbĂ©, Sohn des im Februar verstorbenen EyeadĂ©ma fĂŒr sich entscheiden konnte.
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