Juliane Glinz spricht in Togo über Aids

Jünger als 28, wissbegierig und abenteuerlustig – an diese Zielgruppe richtet sich das entwicklungspolitische Freiwilligenprogramm „weltwärts“. Die Trossingerin Juliane Glinz hat daran teilgenommen: Sie war ein Jahr lang in Togo im Freiwilligendienst. Von unserer MitarbeiterinIngrid Kohler (TROSSINGEN/sz)

Kultur, Tradition und eine andere Lebensweise hat Juliane Glinz in Togo kennengelernt. Unser Bild zeigt sie beim Einkaufen von Banane

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Juliane Glinz hatte sich nach dem Abitur 2008 für den Freiwilligendienst in einem Entwicklungsland entschieden mit dem Ziel, „eine andere Kultur, Tradition und Lebensweise kennenzulernen und besser zu verstehen, interkulturelle Kompetenzen zu gewinnen und mich durch diese Erfahrung in einem fremden Land persönlich weiter zu entwickeln“. Dabei kam ihr das Feiwilligenprogramm „westwärts“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wie gerufen.

Über die deutsche Entsendeorganisation IJGD (Internationale Jugendgemeinschaftsdienste) wurde Juliane Glinz an die togoische Partnerorganisation „Astovot“ (Association Togolaise de Volontaires au Travail) vermittelt. Am 26. August 2008 wurde die Trossingerin mit weiteren Freiwilligen aus ganz Deutschland in der togoischen Hauptstadt Lomé von einem Mitglied der Partnerorganisation empfangen.

In der einwöchigen Vorbereitungsphase in Kpalimé, der drittgrößten Stadt Togos und Sitz der Organisation „Astovot“, „ wurden wir hinsichtlich kultureller Differenzen sensibilisiert, um mögliche Konflikte, vor allem mit unseren Gastfamilien und unserem Arbeitsprojekt zu vermeiden“. Außerdem gab es kleine Einheiten zur Länderkunde und der regionalen Sprache Ewe. Anschließend kam sie zu ihrer Gastfamilie, bei der sie offen und freundlich empfangen wurde.

Eigentlich sollte Juliane Glinz als Assistentin im Englisch- und Deutschunterricht am Collège Protestant, einer konfessionellen Schule (Collège und Lycée) tätig sein, der Schulleiter habe aber entschieden, sie nur für den Deutschunterricht einzusetzen. Da sich der Schuljahresbeginn wegen starker Überschwemmungen verzögerte, habe „Astovot“ kurzfristig ein Aids-Sensibilisierungsprojekt im nahegelegenen Dorf Lavié organisiert. „Eine Woche lang gingen wir in Kleingruppen mit freiwilligen Togoern von Haus zu Haus und sprachen mit den Dorfbewohnern über die Aids-Problematik, und wie man sich vor dieser Krankheit schützen kann.“

Nachhilfe für Blinde

In der Schule war Glinz in drei Klassen zur Besprechung von Übungen und Hausaufgaben eingesetzt. „Es handelte sich um das erste und zweite Lehrjahr, und die Klassengröße belief sich auf 40 bis 60 Schüler, was aber verglichen mit öffentlichen Schulen noch wenige Schüler bedeutet“, berichtet sie. Hin und wieder gestaltete sie Unterrichtsstunden selbstständig und korrigierte Klassenarbeiten. Individuell mit den Schülern zu arbeiten, um sie auf die Prüfungen am Ende des Jahres vorbereiten zu können, machte mir besonders viel Spaß.“

Nach dem Ende des Schuljahres im Juni stellte sie zusammen mit anderen Teilnehmern ein Workcamp auf die Beine, das sich mit der Umweltproblematik und der Müllentsorgung in Dörfern und Städten beschäftigte. In Zusammenarbeit mit der Kommission für dörfliche Entwicklung, dem lokalen Roten Kreuz und togoischen Freiwilligen planten sie einen Mülldienst und eine Mülldeponie. „Das zeitaufwendige Projekt konnten wir nicht ganz beenden, die Fertigstellung der Deponie und das Einsetzen der öffentlichen Mülleimer obliegt nun ‚Astovot‘ und dem Roten Kreuz in Zusammenarbeit mit den Dorfbewohnern.“

Mit ihrer Arbeit im Freiwilligendienst ist Glinz zufrieden: „Ich konnte meinen Horizont erweitern, mich persönlich weiterentwickeln und wurde mit den großen Schwierigkeiten eines Landes und oft hilfloser Situationen der Bewohner konfrontiert.“ Seit Herbst vergangenen Jahres studiert sie an der Universität Heidelberg Englisch und Französisch für das Lehramt.

Quelle: http://www.szon.de

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