In Lomé liegt die Hilfe für Afrika vor Anker

Lome, Hauptstadt von Togo

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Ditzingen Kommen die Spenden der Ditzinger tatsächlich am Ort ihrer Bestimmung an? Katja Günther wollte es wissen. Von Franziska Kleiner

Für Katja Günther war es das erste Mal überhaupt, dass sie nach Afrika reiste. Ihr Weg führte nicht in die Touristengebiete des westafrikanischen Küstenlandes Togo, sondern auf ein Krankenhausschiff im Hafen seiner Hauptstadt Lomé. Auf Anregung der christlichen Hilfsorganisation Mercy Ships wollte sich die Ditzinger Rathausmitarbeiterin und Projektkoordinatorin der Aktion “Wir helfen Afrika” überzeugen von der Verwendung des Geldes, das die Ditzinger binnen weniger Monate gespendet hatten.

Anlässlich der Aktion “Wir helfen Afrika” während und nach der Fußball-Weltmeisterschaft waren rund 16 500 Euro zugunsten des Projekts zusammen gekommen. Schulen, Kindergärten, Unternehmen und Privatleute gaben ebenso in Ditzingen wie in 31 anderen Städten Geld im Wissen, damit nicht nur das Projekt an sich sondern kranken und missgebildeten Kindern eine Operation zu ermöglichen. Die Aktion arbeitet neben Mercy Ships mit den Organisationen Interplast sowie der Smile Foundation zusammen.

“Die Spenden sind hilfreich und kommen an”, hat sich die 26-jährige Verwaltungsangestellte während ihres sechstägigen Aufenthalts vergewissert. Nicht, dass sie daran gezweifelt hätte. Aber es sei gut, wenn sie dies auch eindrücklich gegenüber den Spendern bestätigen könne, meint Günther. Sie selbst sei jedoch nicht auf Kosten der Stadt dorthin gereist, stellt sie klar. Sie hatte dafür eigens Urlaub genommen und die Reise aus eigener Tasche bezahlt.

Bis auf einen Ausflug ins Landesinnere verbrachte Günther die meiste Zeit auf dem Krankenhausschiff, der 152 Meter langen MS Africa Mercy. Dort arbeiten allein 400 Ehrenamtliche, ob Ärzte oder Krankenschwestern, um den Ärmsten der Armen zu helfen. Sie operieren Tumore und Fehlbildungen wie Lippen- und Gaumenspalten. Zwei Operationen verfolgte Günther im Operationssaal mit. Beeindruckend sei es gewesen, wie einem durch Missbildungen entstellten Menschen nach und nach wieder zu einem gewöhnlichen Aussehen verholfen würde, berichtet sie. Gleichwohl: Die Mercy Ship-Verantwortlichen achteten streng darauf, dass die Patienten nicht bloß gestellt würden, beobachtete die 26-Jährige.

Die Organisation weiß um ihren guten Ruf, den sie genießt – und der doch so leicht zu verlieren ist. Die Schiffe seien “ein Begriff unter den Afrikanern. Sie sind die letzte Hoffnung, dass man ihnen helfen kann”. Dass man zum Beispiel Missbildungen operiert, die in Europa schon gleich nach der Geburt operiert werden. Lange bevor das Schiff für mehrere Monate im Hafen anlegt, werde in den Straßen auf die Ankunft des Klinikschiffs hingewiesen. Die Patienten nähmen bisweilen “tagelange Fußmärsche” in Kauf, um das schwimmende Krankenhaus zu erreichen. Wer nicht in der Nähe wohnt, dem werde dort ein Aufenthalt ermöglicht. “Bei allen Beteiligten steht die Hilfe im Vordergrund”, fasst Katja Günther zusammen. Für sie selbst hätten sich nach der Reise viele Probleme relativiert. Wenige Stunden nach ihrer Rückkehr war sie in der Stadthalle mit dem Aufbau der Gesundheitsmesse “Ditzingen Vital” beschäftigt.

Quelle: http://www.stuttgarter-nachrichten.de

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