Stadtwerke entsenden Mitarbeiter nach Afrika
Bochum. Gemeinsam mit der Hilfsaktion Canchanabury will der Energieversorger Ghana und Togo nachhaltig unterstĂŒtzen.
Warm wird’s wohl â aber das ist so ziemlich das einzige, was Thorsten Miaskowski und Christian Ladermann zu diesem Zeitpunkt definitiv sagen können. FĂŒr die beiden jungen MĂ€nner wird ihre Reise, die am Donnerstag beginnt, eine Fahrt mit vielen Fragezeichen. Aber auch mit einem einzigen groĂen Ziel: Sie wollen helfen. Miaskowski und Ladermann sitzen auf gepackten Koffern, um mit Reinhard Micheel von der Bochumer Hilfsaktion Canchanabury nach Ghana und Togo zu fliegen. Mit im GepĂ€ck haben sie das Know-how der Stadtwerke Bochum.
Und sommerliche Kleidung. âEs wird heiĂ, bis zu 40 Gradâ, sagt Reinhard Micheel, der nicht zum ersten Mal vor Ort in Afrika sein wird. Neu ist, dass er auf seiner Mission von Stadtwerke-Mitarbeitern begleitet wird. 17 Tage lang will das Bochumer Hilfs-Trio verschiedene Projekte der Aktion Canchanabury besuchen, um genau zu prĂŒfen, wie die Stadtwerke sich dort vor Ort sinnvoll engagieren können. âUnd nachhaltig soll unsere Hilfe seinâ, sagt Thomas Schönberg, Leiter der Unternehmenskommunikation bei den Stadtwerken. Die Arbeit von Canchanabury werde schon lĂ€ngerer Zeit unterstĂŒtzt, âjetzt möchten wir unser Wissen ĂŒber Brunnenprojekte hinaus einsetzen. Es sollte etwas mit der Wasser- und Energieversorgung zu tun habenâ.
Laptops und NotizbĂŒcher dabei
Das Unternehmen habe Freiwillige gesucht und mit Thorsten Miaskowski (34) und Christian Ladermann (37) genau die richtigen Mitarbeiter gefunden. Miaskowski arbeitet bei den Stadtwerken als Rohrnetzmeister, Ladermann ist Energietechniker â und beide sind sie abenteuerlustig und hilfsbereit. âWir wollen jetzt vor Ort prĂŒfen, was machbar istâ, sagt Christian Ladermann. Eine erste Bestandsaufnahme soll es werden. Mit Laptops und NotizbĂŒchern ausgerĂŒstet werden die Bochumer KrankenhĂ€user und eine Berufsschule, ein Projekt zur lĂ€ndlichen Entwicklung im Norden Ghanas sowie Lepra-Zentren im Nachbarland Togo besuchen und ihre Erkenntnisse sorgfĂ€ltig aufschreiben. Auf diese Erfahrungen der Mitarbeiter vor Ort wollen die Stadtwerke dann ihre Hilfe fĂŒr die beiden afrikanischen LĂ€nder stĂŒtzen. âVieles ist vorstellbarâ, sagt Thomas Schönberg. Es könne sein, dass die Bochumer Stadtwerke dort demnĂ€chst Stromkabel verlegen, Photovoltaik-Anlagen bauen oder auch Arbeiter aus Ghana und Togo fĂŒr eine Zeit in Bochum aufnehmen, um sie hier fortzubilden.
850 Kollegen stehen hinter ihnen
Thomas Schönberg zieht jedenfalls schon einmal seinen Hut vor den Kollegen, symbolisch allerdings, denn er trĂ€gt gar keinen, und sagt: â850 Stadtwerker werden hinter ihnen stehen.â Das Erkundungsteam soll zusammen mit der Aktion Canchanabury mögliche Projekte identifizieren, bei denen eine Kooperation und UnterstĂŒtzung durch die Stadtwerke entwicklungspolitisch sinnvoll und nachhaltig erscheine.
Christian Ladermann und Thorsten Miaskowski werden schon erkennen, woran es hapert, denn sie haben ja Reinhard Micheel dabei. Der GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Aktion Canchanabury ist ein echter Afrika-Kenner. âDie Entwicklung in Togo und Ghana ist auch fĂŒr uns extrem spannendâ, sagt er. Die Aktion Canchanabury verstehe sich nun nicht mehr als eine reine Gesundheitsaktion, es gehe inzwischen auch um die Bedingungen drumherum: um sauberes und flieĂendes Wasser, um die Energieversorgung oder um Bildung. Womit wieder der Bogen zu den Stadtwerken gespannt wĂ€re.
Mitte Februar kommen die Bochumer zurĂŒck. Sie werden viel zu erzĂ€hlen haben.
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