Tausende fliehen wegen Unruhen in Togo
Nach den umstrittenen Wahlen in Togo sind bei den blutigen Zusammenstössen rivalisierender Gruppen mindestens 22 Menschen getötet worden. Mehr als 100 wurden verletzt, wie Behörden und SpitĂ€ler in der Hauptstadt LomĂ© mitteilten. Tausende Menschen flĂŒchteten in die NachbarlĂ€nder Benin und Ghana. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat sein Team in LomĂ© um vier internationale Mitarbeiter verstĂ€rkt.
Quelle:Â Â http://www.nzz.ch
(sda/Reuters/ap) Nach Angaben der Vereinten Nationen vom Donnerstag flohen in dieser Woche bereits Tausende Menschen aus Togo in die NachbarlĂ€nder. Fast 4000 FlĂŒchtlinge aus Togo haben sich bisher bei den Uno-FlĂŒchtlingseinrichtungen in Benin und Ghana registrieren lassen. Die tatsĂ€chliche Zahl der FlĂŒchtigen dĂŒrfte jedoch noch höher sein.Gespannte Ruhe in der Hauptstadt
In der Hauptstadt Lomé herrschte am Donnerstag nach zweitÀgigen Strassenschlachten gespannte Ruhe. In den Hochburgen der Opposition blieben die meisten Bewohner in ihren HÀusern; in der Innenstadt jedoch öffneten wieder erste GeschÀfte. Die SicherheitskrÀfte beherrschten immer noch das Strassenbild. Soldaten zwangen Passanten zum Teil mit Gewalt, von Demonstranten errichtete Strassensperren abzubauen.
Zu Ăbergriffen kam es in der Stadt Aneho, knapp 50 Kilometer östlich von LomĂ©. Augenzeugen berichteten ĂŒber Angriffe von jungen MĂ€nnern auf RegierungsgebĂ€ude und ĂŒber angezĂŒndete Fahrzeuge. Der Oppositionskandidat Bob Akitani hatte sich am Mittwoch selbst zum PrĂ€sidenten ausgerufen und zum Kampf gegen die Regierung aufgefordert.
EU und die USA besorgt
Die EuropĂ€ische Union und die USA Ă€usserten sich besorgt ĂŒber die Lage und forderten alle Parteien zu Zusammenarbeit auf. «Wir sind Ă€usserst besorgt ĂŒber die Gewalt und die Ăbergriffe gegen die Zivilbevölkerung», sagte EU-Entwicklungshilfekommissar Louis Michel. Er appellierte an alle Seiten, den Pfad der nationalen Versöhnung zu beschreiten.
Die USA riefen das westafrikanische Land zur Bildung einer Regierung der nationalen Einheit auf. Die PrÀsidentenwahl sei von UnregelmÀssigkeiten geprÀgt gewesen und den Erwartungen des togoischen Volks und der internationalen Gemeinschaft nicht gerecht geworden.
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