Wie feierte man im Ausland?
Buntes Fest in Kanada: Weihnachten im Kreis der Familie? Nicht alle feiern „klassisch“, sondern waren über die Festtage fern der Heimat. Drei Beispiele aus Togo, Argentinien und Kanada zeigen, dass man ein wenig flexibel sein muss.
Tanja Schramm, in Hohenfelde und Lütjenburg aufgewachsen, lebt seit einigen Jahren mit ihrem sechsjährigen Sohn Elias in Kanada, wo sie nach diversen Studien in Deutschland und Australien vor vier Jahren auch promoviert hat und seither die Geschichte, Kultur und Sprache der Ureinwohner, der „Alexis Nakota Sioux Nation“ erforscht und dokumentiert.
Den Heiligabend feierten Tanja und Elias in internationaler Runde – mit einer Deutschen, einem Ukrainer, einem Neuseeländer und einer Nakota-Sioux-Indianerin bei sich zu Hause in Spruce Grove, einer Kleinstadt nahe Edmonton im Bundesstaat Alberta.
Schon in der Adventszeit hatte Elias den Weihnachtsbaum geschmückt. „Wenn mir vor 20 Jahren jemand prophezeit hätte, dass ich mal einen Plastikbaum mit vielen bunten Lichtern im Wohnzimmer aufbauen würde, hätte ich ungläubig und heftig den Kopf geschüttelt“, schreibt Tanja Schramm. Doch weil die Mini-Familie Weihnachten bislang oft gar nicht zu Hause verbrachte, wäre es um einen echten Baum zu schade gewesen. „Ich vermisse natürlich den Tannenduft und die echten Kerzen am Baum, aber da die Häuser hier vor allem aus Holz bestehen, sind elektrische Lichterketten einfach sicherer. Und bunt sind sie, weil Elias sie
Als Tochter einer dänischen Mutter und eines deutschen Vaters ist Tanja selbst mit einer Mischung aus deutsch-skandinavischen Weihnachtstraditionen groß geworden. Ihre Gäste durften sich deshalb auf Entenbraten mit Rotkohl und Kartoffeln freuen, zum Dessert gab’s den traditionellen dänischen Milchreis mit Mandeln.
„Nach dem Essen am Abend wurden die Geschenke ausgepackt. Meine Freunde freuten sich über Wolljacke, Thermobecher, Parfüm und einige Kleinigkeiten, und mein Sohn war vor allem von seinem Videospiel „Outdoor Challenge“ ganz begeistert. Da kann er sich an den kalten Wintertagen wenigstens mit diesem virtuellen Sportprogramm etwas austoben. Immerhin hatten wir hier schon minus 46 Grad Celsius und viel Schnee“, berichtet die 43-Jährige.
Sie schreibt, dass die meisten kanadischen Familien erst am 25. Dezember Weihnachten feiern und nach englischer Tradition die Geschenke und gefüllten Strümpfe am Vormittag auspacken. Am Nachmittag gibt es das große Familienessen, meist mit Puten- oder Schinkenbraten, Gemüse, Salat, Kartoffelmus sowie Eiscreme und Pie (gefüllter Kuchen). Auch Tanja und Elias waren an diesem Tag zum Weihnachtsessen bei Freunden eingeladen. „Der zweite Weihnachtstag wird in Kanada meist gar nicht recht begangen, denn da startet bereits der nachweihnachtliche Schlussverkauf, und viele gehen auf Schnäppchenjagd. Wir haben jedoch das Fest lieber mit deutschen Freunden bei einem leckeren Essen in Ruhe ausklingen lassen.“
Quelle: http://www.kn-online.de/
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